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Forum Gallicum

Krapp (Färberröte)

Krapp ist eine der ältesten Färberpflanzen. Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. färbten die Ägypter damit ihre Stoffe rot. Von den Römern und Griechen gibt es dann die ersten schriftlichen Aufzeichnungen. Wann genau der Krapp nach Mitteleuropa kommt, ist nicht nachweisbar. Im 1. Jhd. n. Chr. schreibt Tacitus über die germanische Tracht: „Nicht anders ist die Tracht der Frauen und der Männer, außer, dass sich die Frauen häufiger in einen leinernen Überwurf hüllen und diesen mit Purpur bunt färben“. Hier geht man heutzutage davon aus, dass es sich wohl nicht um das teure Purpurrot, sondern eher um den günstigeren Krapp handelt. Um das Jahr 800 war es Karl der Große, der die Pflanze hier zum ersten Mal schriftlich erwähnt, da diese in den königlichen Gärten angebaut werden sollte. Textilreste aus dem wikingerzeitlichen Oseberg-Schiff (9. Jhd. n. Chr.) zeigen, dass man auch im hohen Norden mit der Pflanze vertraut war.

Im Mittelalter waren die Niederlande und Städte wie Straßburg und Speyer berühmt für ihren Krappanbau. Später gelang es den Türken, damit ein feuriges rot herzustellen, das als „Türkisch-Rot“ bekannt wurde. Das Verfahren war sehr langwierig und kompliziert, und die Türken hielten es für lange Zeit geheim.

Wie viele andere Pflanzenfarbstoffe aber auch, wurde der Krapp im 19. Jahrhundert durch die Entstehung der Farbstofffabriken verdrängt. In den 1870er-Jahren wurde die „Farbwerke Meister, Lucius und Bruening, Hoechst“ in Frankfurt durch u.a. den chemisch hergestellten Farbstoff Alizarin der Krapppflanze so bekannt, dass der Standort noch heute den Spitznamen „Rotfabrik“ trägt.

 

Zerkleinerte Wurzeln der Krapp-Pflanze Zeichnung der Krapp-Pflanze aus dem Jahr 1897

 

Rezept:

Krapp ist eine mehrjährige Pflanze und kann erst im 3. Jahr nach der Aussaat geerntet werden. Bei der Pflanze sind es die Wurzeln, die den Farbstoff Alizarin in sich tragen. Diese werden getrocknet und zerkleinert.

Die zerkleinerten Krapp-Wurzeln werden ca. 1 Stunde geköchelt (50 gr für 100 gr Wolle). Danach wird die Wolle für 1 Stunde mit ins Färbebad dazugegeben.

ACHTUNG:Das beste Färbeergebnis erzielt man, wenn man das Ganze nur bis max. 70 °C erhitzt. Hier bekommt man das leuchtende Krapp-Rot. Je wärmer das Färbebad wird, umso dunkler wird das rot. Wird das Färbebad bei 100 °C gekocht, kommt ein dunkles Rotbraun heraus.

 

Bild oben: Wolle bei 100 °C gekocht
Bild unten: Wolle bei ca. 70 °C erhitzt

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