Keltengruppe Teutates

Cochenille 

Um Wolle rot zu färben, benutzten die Kelten die Kermes-Laus. Erste Nachweise dafür gibt es aus dem Fürstengrab Hochdorf aus dem 5. Jhd. v. Chr. Die Kermes-Laus war bis zum Mittelalter ein wichtiger Rot-Lieferant für die Färber. Mit der Entdeckung Amerikas wurde allerdings auch die Cochenille-Laus gefunden, die wesentlich ergiebiger ist als die europäische Kermes-Laus und diese mit der Zeit ersetzte. Die Läuse werden getrocknet und ausgekocht. Zur Färbung müssen diese dann noch gemahlen werden. Die Cochenille-Laus lebt auf Kakteen und ist mittlerweile auf den Kanaren beheimatet. Der Farbstoff der einheimischen Kermes-Laus ist heute nicht mehr zu bekommen.

Der natürliche Farbstoff der Cochenille-Laus ist inzwischen als Lebensmittelfarbstoff E 120 zugelassen. Dieser Farbstoff wird heute aber nur noch selten eingesetzt, kann aber bei Produkten wie Campari oder roten Lippenstiften durchaus noch vorkommen. Er wird auch bei der Färbung von Arzneimittel und Textilien verwendet und ist ein wichtiges Pigment in der Malerei. Allerdings wird er häufig durch künstliches Cochenille (E 124) ersetzt, da der natürliche Farbstoff Allergien auslösen kann.

 

Gemahlene Cochenille-Läuse

 

Rezept (eine von vielen Varianten):

Einen Tag vor dem Färben wird die gemahlene Cochenille (hier 10 Gramm auf 100 Gramm Wolle) in ein Säckchen gebunden und über Nacht in Wasser eingeweicht. Die eingeweichte Cochenille wird dann in dem Säckchen zum Färbegut dazu gelegt und eine Stunde geköchelt. Unser Ergebnis ergab einen Pink-Ton:

Mit anderen Mischungsverhältnissen und Zusatzmittel kann man mit der Cochenille allerdings unzählige pinke, rote und violette Farbtöne erzielen.

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