Keltengruppe Teutates

Reenactment 

Was ist Re-enactment überhaupt?

to re-enact (engl.: ri:en´aekt): wieder in Kraft setzen; thea. neu inszenieren; wiederholen.

Generell ist Reenactment der Versuch, eine vergangene Epoche möglichst historisch korrekt und lebendig darzustellen. Man könnte es auch als Geschichte zum Anfassen, bzw. als lebendiges Museum bezeichnen, wobei gerade bei der keltischen Kultur leider sehr viel Interpretationsraum bleibt. Reenactment wird in erster Linie als Hobby betrieben. Nur wenige spezialisierte Handwerker und Händler leben hauptberuflich davon. In gewisser Weise artverwandt ist die experimentelle Archäologie. Allerdings sind bei diesen wissenschaftlichen Experimenten nur die aus dem Gebrauch gewonnenen wissenschaftliche Rückschlüsse entscheidend. Passende Kleidung und das entsprechende Verhalten sind nicht von Bedeutung. Die Wurzeln des Hobbys Re-enactment findet man in England. Daher werden häufig Anglizismen verwendet. Reenactment wird auch oft mit Living-History gleichgesetzt.

Wo wird nun keltisches Reenactment durchgeführt? Für die Öffentlichkeit werden verschiedene Kelten- und Römerfeste veranstaltet, auf denen sich die verschiedensten Gruppen treffen. Es gibt auch Museumspräsentationen und andere Veranstaltungen, in deren Rahmen z.B. altes Handwerk oder alte Kultur live dargestellt werden. Aber auch historische Orte werden immer gerne durch Reenactmentgruppen wiederbelebt. Jede Gruppe für sich betreibt dieses Hobby allerdings auch auf Privatgrund. In gemeinsamer Arbeit, auf Grundlage wissenschaftlicher Recherchen, werden authentische Kleidungsstücke, Ausrüstungsgegenstände usw. hergestellt, wird am öffentlichen Auftreten gefeilt. Die Themen keltischen Reenactments sind vielfältig. Vom normalen Lagerleben über Handwerk, Kultur oder Kampf wird alles geboten.

Wie entsteht ein Reenactment? Eine ungeschriebene Regel besagt, dass sämtliche Ausrüstung so originalgetreu wie möglich sein soll. Dies gilt für ein einfaches Paar Schuhe genauso wie für einen kompletten rekonstruierten Streitwagen. Um solche Ausrüstung herzustellen, ist gründliche Nachforschung erforderlich. Als Quellen und Vorbilder dienen vornehmlich Grabungsfunde, zeitgenössische Abbildungen (Vasen, Friese, Statuen...), Beschreibungen in historischen Texten. Solche Informationen finden sich in Museen, Ausstellungskatalogen, in einschlägiger Literatur, aber auch z.B. im Lateinunterricht.

Die Ausrüstung wird zum Teil von den Reenactors selbst hergestellt, zum Teil von darauf spezialisierten Handwerkern und Händlern verkauft.

Selbstverständlich muss nicht nur die Ausstattung selbst, sondern auch deren handwerkliche Herstellung, sofern diese öffentlich durchgeführt wird, dem historischen Original in Material, Werkzeug und Herstellungstechnik entsprechen, soweit dies möglich ist. Dies bedarf zum Teil jedoch Jahre des Sammelns von Erfahrung und Wissen sowie der ständigen Verbesserung der Ausstattung.

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