Keltengruppe Teutates

Textile Ursprünge 

Als Materialien zur Textilherstellung dienten den Kelten Schafwolle, Leinen und Hanf. Diese wurden versponnen und zu feinsten Tuch verwebt. Doch dieser Kunst ging Jahrtausende altes Wissen voraus.

Gemeiner Flachs (1)

Die Anfänge, Pflanzen- und Wollfasern zu verflechten oder zu verweben, sind nicht bekannt. Die ältesten Funde in  Mitteleuropa stammen aus den Pfahlbausiedlungen der Jungsteinzeit im Alpenvorland. Diese, ca. 6.000 Jahre alten Gewebe, bestehen aus Baumbast (Linde, Ulme), Brennnesseln oder Gräser. Sie wurden verzwirnt und verflochten. Wahrscheinlich ist dies die älteste Methode, Geflechte herzustellen und ein Vorläufer des Webens. Ab ca. 3.000 v. Chr. gibt es die ersten Leinengewebe und man lernte, auch die Wolle vom Schaf zur Textilherstellung zu verwenden. Der erste Nachweis von Hanfsamen in Deutschland stammt aus Thüringen und wurde auf das 5. Jahrtausend v. Chr. datiert. Die ersten Gewebe aus Hanf sind allerdings erst in dem Fürstengrab in Hochdorf aus dem 5. Jhd. v. Chr. gefunden worden. Wahrscheinlich verbreiteten die Skythen über den Kaukasus im 1. Jahrtausend v. Chr. die Technik Hanffasern zu verspinnen und zu verweben.

Leider sind textile Gewebe das mit am schwierigsten zu erhaltende Material. Es wurden nie komplette Kleidungsstücke gefunden, sondern immer nur Fragmente. Diese erhalten sich am besten in Permafrostböden, in Salzbergwerken (z. B. am Dürrnberg, Österreich) oder in Mooren. Eine andere Erhaltungsmöglichkeit ist die Oxidierung an Metallgegenständen. So ist es auch möglich, hier in Hessen Textilreste zu finden. Am Glauberg (Wetterau) wurden in den Fürstengräbern Leinengewebe an den Röhren- und Schnabelkannen gefunden. Man konnte dort rekonstruieren, dass die Kannen zunächst mit einfarbigem Tuch umschlungen und danach in ein blau/weißes Einschlagtuch verpackt wurden. Auf den Schwertscheiden fand man Reste eines brettchengewebten Bandes in den Farben violett, grün, rot, blau und weiß. Auch ein Gewebe in Sprang wurde gefunden.

Spinnen

Abbildung des Spinnvorganges
mit dem Spinnwirtel aus
Meyer's Conversationslexikon

Um Wolle oder Leinen zu verspinnen, benutzte man die Fall- oder Handspindel, die bereits seit der Jungsteinzeit bekannt war. Dabei hält eine Hand das Material sowie den Anfang des zu verspinnenden Fadens. Die andere hand führt den Faden weiter und muss die Spindel immer in Bewegung halten. Dabei ist darauf zu achten, dass sie immer in die gleiche Richtung dreht. Ist der Faden so lange, dass die Spindel den Boden berührt, wird er um den Spindelstab gewickelt.

Diese Vorgehensweise wurde bis zur Erfindung des Spinnrads im 13. Jhd. benutzt. Dennoch brauchte man selbst dann noch für einen Tuchweber bis zu 8 Arbeiter, die die Wolle vorher auf dem Spinnrad spannen. Im Jahr 1764 erfand der Engländer James Hargreaves die "Spinning Jenny", die erste industrielle Spinnmaschine. Sie wurde noch von Hand betrieben, doch kamen jetzt auf einen Tuchweber nur noch ein Arbeiter, der die Wolle mit Hilfe der Maschine verspann. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurden die Spinnmaschinen immer mehr verbessert und konnten auch mit Wasserkraft oder Dampf betrieben werden.

 

Literaturhinweise:

  • Katharina von Kurzynski: "... und ihre Hosen nannten sie bracas", Textilfunde und Textiltechnologie der Hallstatt- und Laténezeit und ihr Kontext

  • Elizabeth Wayland Barber: Prehistoric Textiles: The Development of Cloth in the Neolithic and Bronze Ages with Special Reference to the Aegean


1 ) Quellenangaben:

Dieses Bild basiert auf dem Bild http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Gemeiner_flachs.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:4d44 .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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